Welche Gründe haben Migranten sich mit dem Herkunftsland oder dem Aufnahmeland zu Identifizieren?

„Möchte man in einem Land wie Deutschland eine Person besser kennenlernen, fragt man zunächst nach dem Herkunftsland oder dem Migrationhintergrund.“ (Sadaf, 18 Jahre)

Immer häufiger wird man in Bus und Bahn oder anderen öffentlichen Orten, bei kleiner Konversation nach dem Migrationhintergrund gefragt, entweder weil man südländisch aussieht, einen Dialekt hat oder der Name einen outet.
Letzteres kommt bei mir ständig vor. Ich bin Schülerin der Gymnasialen Oberstufe, habe scheinbar eine gute Deutsche Aussprache und auch ein relativ weit gefächerten Wortschatz, sehe nicht südländisch aus (soll sogar Deutsch aussehen) und habe einen untypischen Kleidungsstil für  Mädchen, die wie ich einen türkischen Migrationhintergrund haben. Erst wenn man mich nach der Herkunft  oder der Bedeutung meines Namens fragt, werde ich auch gefragt: Bist du Türkin?

Dies ist der Grund warum ich mich mit der Frage auseinandersetzen möchte, denn ich weiß selbst nicht was ich bin. Gehört meine Migrationsgeschichte zu meiner Identität? Was ist denn die deutsche Identität? Und wie denken andere Migranten darüber? Sind sie eher deutsch oder eher  die Nationalität welche deren Migration Geschichte prägt?

Die Antwort auf die Frage fiel sehr Individuell aus. Ich habe mehrere Interviews geführt  und obwohl ich sie noch nicht vollständig ausgewertet habe, kann ich bereits einige Ergebnisse vorwegnehmen.

Die Befragten fühlen sich häufig mit dem Land verbunden bzw. mit den Orten,  denen sie die längere und eine intensiverer Zeit verbracht haben, den Orten mit denen sie mehr und bessere Erinnerungen verbinden.

Flüchtlinge, die hierher gekommen sind um in Deutschland Frieden zu finden, haben in Deutschland ihre neue Heimat gefunden, sie lernten die Sprache und gehen hier gerne arbeiten, weil sie die Möglichkeiten in dem Land, aus dem sie kamen, nicht hatten. Gastarbeiter, welche hierher nur für eine kurze Zeit gekommen sind, haben sich erst gar nicht angestrengt hier eine feste Bleibe zu finden. Sie sind hergekommen, haben gearbeitet, Geld zusammengespart und sind nach einer gewissen Zeit wieder zurückgekehrt.  Allerdings wollten deren Kinder, welche mit ihren Eltern damals her kamen, hier zur Schule gingen, die Sprache anlernten und hier Freundschaften geknüpft haben, in Deutschland bleiben. Sie wollten ihren eigenen Kindern hier ein besseres Leben geben, mit ihren Kindern mehr Zeit verbringen als sie es selbst in ihrer Kindheit erlebt haben. Diesen Kindern der zweiten Generation geht es nicht um das Geld, sondern darum, dass die Kinder in der dritten Generation den Ruf ihrer einstigen ethnischen Minderheit in Deutschland wieder aufbauen und einen höheren Abschluss als sie selbst schaffen.
Zum anderen gibt es ebenfalls viele andere ethnische Gruppen, die hier her gekommen sind, damit ihre Kinder in Deutschland eine bessere Schulbildung erhalten können. Dies kommt häufig in asiatischen Ländern vor, da die Schulen dieser Länder überfüllt sind und selbst die privaten Schulen überfüllte Klassen haben und somit die Schüler nicht zur eigentlich erwünschten Bildung kommen.

Dies sind meine Ergebnisse bis her, weitere Ergebnisse folgen.

Burcu S. (art.is.dancing)

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2 Antworten zu Welche Gründe haben Migranten sich mit dem Herkunftsland oder dem Aufnahmeland zu Identifizieren?

  1. Lisa Rosa schreibt:

    Ich bin gespannt auf die weiteren Ergebnisse. Obwohl Du lauter individuelle Interview-Ergebnisse gesammelt hast, scheint doch eine Typisierung – wie Du sie angefangen hast – möglich. Mich würde auch interessieren, zu den einzelnen „Typen“ passend ausgewählte „O-töne“ aus den Interviews zu hören /bzw. zu lesen, so wie am Anfang!

  2. kathagoels schreibt:

    Den Weblog zum Projekt Integration und Migration halte ich für eine sehr gute Variante dieses – stets vorsichtig zu behandelnde Thema – mit Schülerinnen und Schülern zu bearbeiten.
    Für Projektarbeiten eignet sich die Arbeit mit Hilfe eines Blogs gut, da benötigte Informationen und Materialien zu Erarbeitung für alle Schülerinnen und Schüler gebündelt zugänglich gemacht werden können. Mir gefällt an diesem Blog sehr gut, dass die Materialien nochmals innerhalb der Kategorien geordnet wurden. So wird gewährleistet, dass gezielt recherchiert werden kann. Ich möchte an dieser Stelle aus den Blog „Eine kleine Geschichte vom Wasser“ verweisen. Diesen habe ich mit zwei weiteren Kommilitonen erstellt. Auch hier wird in einer Projektwoche ein Thema – in diesem Fall „Wasser“ – erarbeitet und gezielt Materialien zur Verfügung gestellt, sowie teilweise verlinkt.
    Ich finde es auch toll, dass eine Handreichung für Lehrkräfte zur Verfügung gestellt wird. Dies könnte ich mir für den „Wasser-Blog“ ebenfalls vorstellen, da wir doch innerhalb der Open Educational Resources unsere Lehrmaterialien zugänglich machen wollen. Immerhin profitiert jedermann davon.
    Besonders sinnvoll an solchen Projektarbeiten mit einem Blog sind die Arbeitsergebnisse als Blogeinträge. Dies bietet den Schülerinnen und Schülern den Vorteil kreativ sein zu können und nicht an formale Anforderungen gebunden zu sein. Besonders in Bezug auf das weitere Unterrichtsfach Kunst bietet dies zudem die Möglichkeit, dass Bilder hochgeladen werden können. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Ergebnisse allen präsentieren. Sie bekommen durch die Kommentarfunktion dann die Möglichkeit zu reflektieren und Rückmeldung zu geben. Ich finde das passt sehr gut in das Konzept den Kunstunterricht mit in das Projekt einzubeziehen.
    Die Dilemma Situation, die das Thema Integration und Migration innerhalb des Politikunterrichts darstellt, kann mit dem Blog gut erarbeitet werden, da sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig mit dem Thema auseinandersetzen können und sich selbstständig ihre Meinung dazu bilden können. Die anschließende Reflexion ist bei solchen Dilemma Situationen besonders wichtig.

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