Inwieweit geben Migranten ihre Kultur und Tradition in Bezug auf Sprache und Familienleben auf, um sich in Deutschland zu integrieren?

Zu unserem Projekt „Migration und Integration“ ist mir diese Fragestellung eingefallen. Ich werde erforschen, wie Migranten ihre eigene Integration betrachten denn ich denke Teil einer Integration ist auch immer ein Verzicht auf bestimmte Aspekte der früheren Kultur und sei es nur deshalb so, weil man eine andere Sprache lernt und die Muttersprache eher in den Hintergrund tritt, weil man sich hauptsächlich in der neuen Sprache verständigen muss. Anderes Beispiele sind religiöse Richtlinien nach denen man lebt, familiäres Zusammenleben oder bestimmte Symbole, hierbei sieht es jeder anders und lebt es anders aus. Ich möchte gerne verschiedene Meinungen dazu ermitteln und herausfinden wie für Menschen mit Migrationshintergrund, erfolgreiche Integration und die Kultur des Herkunftslandes zusammenhängen.

Oft wird in der Politik von „Parallelgesellschaften“ gesprochen, aber ist es wirklich so hinderlich in der Integration, wenn man eine starke Bindung zum Herkunftsland beibehält oder ist die Integration davon im Grunde gar nicht so sehr abhängig ? Am Ende werde ich diese Frage aus unterschiedlichen Sichtweisen beantworten, aber bewusst keine Meinungen von nicht einmal selbst betroffenen Politikern mit einbringen, denn diese hört man in den Medien zu Hauf.

Ich spezialisiere mich auf die Sprache und das familiäre Zusammenleben, weil ich glaube, dass beides wichtige Bereiche von Kultur allgemein sind und der Wille sich zu integrieren und sich somit auch an bestimmte Aspekte anzupassen, es sehr beeinflusst wo und wie oft man seine Muttersprache spricht und wie man als Familie in einer neuen Gesellschaft zusammenlebt.

Ergebnisse konnte ich bisher nur durch Recherche auf unserem Blog und im Internet finden, zum Beispiel in einem Artikel über eine Gesprächsgruppe in Berlin, die von einem türkischstämmigen Psychologen geleitet wird, der türkischen Männern im Umgang mit der Kindererziehung hilft. Einige Männer hatten sich früher, als Oberhaupt der Familie, aus der Erziehung völlig herausgehalten, manchmal auch Kinder oder Partnerin geschlagen und sind nun, als teilweise Alleinerziehende, überfordert mit ihrer neuen Situation. Sie sind es nicht gewohnt sich zärtlich und einfühlsam gegenüber ihren Kindern zu verhalten und lernen in der Gesprächsrunde sich aus ihren alten Rollen zu lösen, Gefühle offen zu zeigen und aktiv Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen. Inzwischen bereuen viele ihre damaligen Fehler, finden sich in ihrer Situation besser zurecht und sind sich ihrer Stärken und der Wichtigkeit ihrer Hilfsbereitschaft bewusst. Dies ist finde ich ein sehr interessantes und gutes Beispiel, dafür wie der Übergang aus einer alten gewohnten Rolle in eine neue erfolgt und das „etwas aufgeben“ nicht immer negativ sein muss. http://www.taz.de/Panter-Preis-Kandidat/!74565/

Zum Thema Sprache werde ich meine Informationen eher aus den Interviews ziehen, die ich führen werde, denn im Internet findet sich dazu eher wenig brauchbares. Jedenfalls bin ich durch diesen Artikel und andere Rechercheergebnisse, meiner Antwort schon ein Stück näher gekommen und ich werde weiterhin versuchen meiner spannenden Frage auf den Grund zu gehen.

Sophie H., 12BK

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2 Antworten zu Inwieweit geben Migranten ihre Kultur und Tradition in Bezug auf Sprache und Familienleben auf, um sich in Deutschland zu integrieren?

  1. Lisa Rosa schreibt:

    Vielen Dank für den Hinweis auf den taz-Artikel! Und ich bin gespannt auf deine Interviews!

  2. Bogdanov schreibt:

    Ich wollte solche Probleme besprechen

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